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Die letzten 24 Stunden

Die letzten 24 Stunden hatten es in sich. Dies ist kein Tagebuch, sondern ein Blog, aber das muss jetzt mal raus. Gestern Abend um kurz vor halb acht ging die Sirene – Rauchentwicklung im 1. OG eines Wohnhauses im Nachbarort. Ich bin in der Feuerwehr, also musste ich los. Die Hunde waren so gar nicht begeistert, aber wat mutt dat mutt.

Kurz nachdem wir losgefahren waren, sahen wir die Rauchwolke über das Feld wehen. Die Hauptstraße war so voller Rauch, dass sie kaum noch zu erkennen war. Das Haus brannte in voller Ausdehnung. Das war ein bisschen mehr als eine Rauchentwicklung im 1. OG…

Einige aus unserer Gruppe wurden gleich in den Einsatz eingebunden, andere wurden kurze Zeit später zu einem Tier in Not gerufen. In unserer Gemeinde sind wir die Ortsfeuerwehr, die für Tierrettung zuständig ist. Wir fuhren zur anderen Seite der Einsatzstelle, gingen zu der genannten Kontaktperson und sahen eine Katze, die kaum atmen konnte. Ich blieb bei ihr und versuchte, ihr Kraft zu geben und ihr zu zeigen, dass wir uns jetzt um sie kümmern, während die anderen eine Box holten oder zum Fahrzeug zurück gingen. Die Katze gehörte zu der Familie, deren Haus gerade abbrannte und sollte deshalb möglichst unauffällig weggebracht werden. Sie war in einem sehr schlechten Zustand und die Familie war sowieso schon am Boden zerstört und sollte sich nicht auch noch Sorgen um ihre geliebte Katze machen müssen.

Wir brachten sie zum nächsten Tierarztpraxis, die glücklicherweise noch geöffnet hatte. Die Tierärztinnen beatmeten sie und gaben ihr eine Infusion. Sie sprach gut auf die Behandlung an und erholte sich etwas. Schön fand ich, dass ich bei der Behandlung dabei sein durfte. Es wäre aber gut, sagten die Tierärztinnen, wenn wir die Katze in die Tierärztliche Hochschule bringen würden. Dort könnte sie in eine Sauerstoffbox, die ihr helfen würde, ihre Atmung weiter zu stabilisieren und auch den Rauch in ihrem Fell zu neutralisieren.

Unser Gruppenführer war einverstanden, fand aber, zwei Leute reichen dafür aus. Das war in Ordnung, wir waren auch nur noch zwei Leute, die anderen hatten inzwischen andere Aufgaben übernommen. Wir fuhren in die TiHo, übergaben die Katze und fuhren wieder zurück. An der Einsatzstelle suchte ich die Menschen der Katze und berichtete. Sie war nun gut versorgt und das fanden sie schon ein bisschen beruhigend, glaube ich.

Gegen 23 Uhr wurden die Einsatzkräfte, die früh raus mussten, zum Feuerwehrhaus gebracht. Ich fuhr nach Hause, begrüßte meine Hunde, duschte, aß noch etwas und ging ins Bett. Schlafen konnte ich nicht, weil mein Sohn noch im Einsatz war. Er war beim Training im Schützenverein gewesen, als die Sirene ging. Jemand hatte ein Auto dabei gehabt, er hatte darum gebeten, gefahren zu werden, ließ sein Fahrrad stehen und eilte zur Einsatzstelle.

Wir wollten eigentlich das Fahrrad noch nach dem Einsatz holen. Mein Sohn meinte aber, es sei eingeschlossen. Er kam auch erst um zwei Uhr nach Hause – da war ich sowieso viel zu müde, um noch irgendwo hin zu fahren.

Eigentlich hatte ich den Wecker ausgeschaltet, aber um sieben war ich wach – Halbzeit, wenn man sich die letzten 24 Stunden anguckt, aber das wusste ich da natürlich noch nicht. Ich frühstückte und ging mit den Hunden raus. Mein Sohn fuhr mit meinem Auto zur Schule und ich fuhr wie immer mit meinem Rad zur Arbeit.

Zwischendurch fragte ich bei der TiHo per eMail nach, wie es der Katze geht. Kurze Zeit später bekam ich eine Antwort: Es geht ihr besser, sie ist noch in der Sauerstoffbox, die Atmung ist aber wieder gut und sie wird nachmittags in eine normale Box umgesetzt. Wie schön! So ein Tier wächst einem ja doch ans Herz, wenn man es in so einer Krise begleitet. Mir jedenfalls… Ich sehe sie immer noch da liegen…

Als ich mittags Feierabend machen wollte, bemerkte ich, dass mein Fahrrad vorn einen Platten hatte. Mein Kollege schmiss gleich den Kompressor an und pumpte den Reifen auf – und die Luft entwich genauso schnell, wie sie reingepumpt wurde. Ich rief meinen Sohn an, der ja mein Auto hatte, und bat ihn, mich abzuholen. Glücklicherweise hatte er gerade Freistunden und Mittagspause und glücklicherweise ist mein Fahrrad klappbar, so dass es gut auf die Rückbank im Auto passte.

Zu Hause machte ich uns schnell etwas zu essen, mein Sohn fuhr wieder in die Schule und ich erledigte hier ein paar Dinge. Meine Mutter hat heute Geburtstag und ich war um 15 Uhr zum Kaffee eingeladen. Mein Sohn kam dann auch bald aus der Schule und setzte sich zu uns.

Nun wurde es Zeit, dass wir uns mal um unsere Fahrräder kümmern, fanden wir. Mein Sohn erfuhr, dass sein Fahrrad gar nicht eingeschlossen war sondern draußen stand und fuhr los, um es zu holen. Ich versuchte herauszufinden, wo mein Fahrradschlauch kaputt war, bekam aber den Mantel nicht von der Felge.

Mein Sohn kam nach Hause – als er auf den Hof fuhr, fand ich, dass mein Auto komische Geräusche machte. Hm. Wir fanden ein Loch im Fahrradschlauch, konnten es aber nicht reparieren – es ist wohl sowieso sinnvoller, einen neuen Schlauch zu kaufen. Mein Sohn kümmerte sich um sein eBike, dann um sein Mountainbike, mit dem ich morgen zur Arbeit fahren will. Danach fuhr er das Auto in die Garage, das nun deutlich komische Geräusche machte. Der Wagen war gerade erst für teures Geld in der Werkstatt. So langsam reicht es doch aber, oder?

So viel Chaos, wie die letzten 24 Stunden für uns bereit hielten, braucht doch echt kein Mensch. Aber der Katze geht es gut. Immerhin. Das freut mich wirklich.

Und zur Entspannung habe ich heute ein Zentangle, das ich sehr schön finde. Glücklicherweise hatte ich es schon gezeichnet und musste es nur noch fotografieren. Natürlich waren alle drei Akkus leer…

Die letzten 24 Stunden - Zentangle